Wie Kommunen dabei vorgehen können und warum es sich lohnt, auf die Erfahrungen anderer Akteure zurückzugreifen, haben wir in unserem Digital Talk, am 6. Oktober 2026 gemeinsam mit Jochen Butt-Posnik, Leiter der CERV-Kontaktstelle, und der Gemeinde Nottuln diskutiert.
Wer: Die EU als Förderer - das richtige Förderprogramm finden
EU-Förderprogramme sind ein wichtiges Instrument, mit dem die Europäische Union ihre politischen Ziele unterstützt. Die Programme setzen unterschiedliche Schwerpunkte und legen fest, welche Projekte gefördert werden können. Also eine Art Deal: Die EU sagt, was sie fördern wollen, und die Antragstellenden zeigen, wie ihre Projekte diesen Beitrag leisten. Für Kommunen bedeutet das: Nicht allein die Idee eines Projekts zählt. Entscheidend ist auch, ob es zu den Zielen und Prioritäten des jeweiligen Förderprogramms passt. Hier das passende Förderprogramm zu finden, braucht Zeit und Ressourcen.
Was: Der passende EU-Förderantrag - Ziele verstehen und Wirkung zeigen
Bei der Ausfüllung der Anträge gibt es je nach Förderprogramm verschiedene Bewertungskriterien. Das Wichtigste ist: Die Ausschreibung lesen. Die EU gibt klar vor, was sie will. Man sollte sich an den Prioritäten, Programmzielen und politischen Initiativen der EU, die mit dem Antrag zusammenhängen, orientieren und auf diese klar im eigenen Antrag Bezug nehmen.
Wie: Unterstützungsangebote - Netzwerke und Partnerschaften nutzen
Gerade für Kommunen, die noch wenig Erfahrung mit EU-Fördermitteln haben, kann die Antragstellung zunächst komplex wirken. Es gibt je nach Förderprogramm passende Beratungsstellen, die bei der Antragstellung unterstützen, wie die Kontaktstelle CERV. Darüber hinaus lohnt es sich, frühzeitig den Austausch mit anderen regionalen Netzwerken und Kommunen zu suchen. Jochen Butt-Posnik, Leiter der Kontaktstelle CERV, teilte aber noch einen weiteren Tipp: sich zunächst als Praxispartner an einem Projekt zu beteiligen, statt direkt allein einen Antrag auf den Weg zu bringen. Das bietet mehr Ideen, man lernt das System erstmal kennen und on top baut man sich ein Netzwerk auf, bei dem man auch von erfahreneren Partnern, wie regionalen Verbänden, Hochschulen oder anderen Kommunen, lernen kann.
Praxis-Tipp: Fachnetzwerke
Die Hilfe von Netzwerken betonte auch die Gemeinde Nottuln. Als die Gemeinde bei Jugend entscheidet teilnahm, konnten sie für ihr Kinder- und Jugendbeteiligungsprojekt - den Skatepark - erfolgreich zusätzliche EU-Fördermittel akquirieren. Ihre Tipps?
- Fachnetzwerke nutzen: Über das Fachnetzwerk Fördermittel NRW profitierte die Gemeinde Nottuln z. B. von der Weitergabe von Dienstleister-Empfehlungen und Hinweisen zu neuen Förderprogrammen.
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Die Wirkung des Projektes in den Mittelpunkt stellen: Ein Antrag sollte nicht nur beschreiben, was umgesetzt werden soll, sondern auch, warum das Vorhaben wichtig ist und welche Wirkung es entfalten kann. Ein Skatepark ist beispielsweise nicht nur eine bauliche Maßnahme. Er kann auch als offener Bewegungs- und Begegnungsraum verstanden werden, der Gemeinschaft fördert und Möglichkeiten zur Teilhabe schafft. Solche Wirkungspotenziale sollten im Antrag konkret und nachvollziehbar beschrieben werden. Wichtig ist, dass die dargestellten Ziele zur tatsächlichen Projektplanung passen und realistisch begründet sind
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KI als Unterstützung einsetzen: Die KI kann bei dem Erstellen der Projektskizze helfen und einen ersten strukturellen Rahmen vorgeben. Danach ist die Kreativität des Menschen gefragt, denn reine KI-generierte Förderanträge fallen auf: Beschreiben Sie welche Maßnahmen und Wirkungen Sie konkret vor Ort als sinnvoll erachten und warum es für die Herausforderungen Ihrer Kommune hilfreich ist.
EU-Fördermittel sind nicht unerreichbar. Aber auch hier gilt: Zusammen geht es einfacher als allein.
Autorin: Emelie Teumer & Victoria Luh (Jugend entscheidet)