Rückblick |  19.02.2026

Wie junge Menschen Nachrichten konsumieren und wie man sie erreicht

Für junge Menschen ist das Erwachsenwerden geprägt von politischen Umbrüchen und einer digitalen Welt. Daraus folgt eine neue Form der Informationsvermittlung. Wie junge Menschen dabei Nachrichten konsumieren und einordnen und wie das ihren Blick auf die Welt prägt, haben wir in unserer letzten Digitalen Praxissession Nachrichtenkompetenz, das crazy! diskutiert. 

Social Media - eine der Hauptnachrichtenquellen junger Menschen 

Leonie Regen vom SINUS Institut macht deutlich, dass viele Befragte der SINUS-Jugendstudie 2024 mit der Politik fremdeln, aber trotzdem politisch und gesellschaftlich besorgt sind. Eine der primären Nachrichtenquellen junger Menschen ist Social Media. Ob TikTok, Instagram, YouTube, die Plattformen vereinen alles in einem: Unterhaltung, Inspiration, Kontakt und eben auch Nachrichten.  

Politische und gesellschaftliche Nachrichten sind Beifang 

Wo „früher“ zu festen Zeiten die Zeitung gelesen oder die Nachrichtensendung geschaut wurde, dominiert heute der beiläufige Konsum in Form von endlosen, algorithmisch gesteuerten Feeds. Die Vorteile sind, dass es niedrigschwellig, kostenfrei, leicht verständlich, und vielleicht sogar auch lustig ist. Doch es gibt auch Störgefühle. 

Viel genutzt, wenig vertraut 

Während des Scrollens kommen Fragen auf: Wie glaubwürdig und objektiv sind die Inhalte? Ist das eine vertrauenswürdige Quelle oder eventuell eine Fake News? Bin ich Teil einer Filterblase? Die Jugendlichen sind sich dieser Gefahren bewusst und wissen auch um die Indizien einer Falschnachricht, doch erkennen sie nicht immer. Das ist eine Gefahr für unsere Demokratie. 

Nachrichtenkompetenz = Demokratiekompetenz 

Nachrichtenkompetenz hört nicht bei dem Entlarven einer Fake News auf. Dazu gehört auch zu wissen, wie die Plattformen funktionieren, wie ein Ereignis zur Nachricht wird oder wie Journalismus arbeitet. Vanessa Bitter von #usethenews gab dabei fünf praktische Tipps, wie (lokale) Medien junge Menschen erreichen und ihr Vertrauen stärken: 

  1. Bezug zur Lebenswelt herstellen: Welche Themen beschäftigen Jugendliche?

  2. Transparenz schaffen: Das Kennenlernen journalistischer Praktiken 

  3. Analoge Dialogräume schaffen: Vor Ort mit Jugendlichen über Themen sprechen 

  4. Partizipation und Selbstwirksamkeit ermöglichen: Ein gemeinsames Projekt entwickeln

  5. Nachrichtenkompetenz ins Klassenzimmer, in Jugendzentren, Vereinen, Bibliotheken: Wo treffen sich Jugendliche analog, um über Online-Themen zu reden? 

Die Quintessenz lautet an Alltagsorten darüber zu sprechen, wie und wo wir uns Wissen aneignen, was vertrauenswürdige Quellen sind und wie aus Basis von Fakten Meinung entsteht. Denn das ist nicht nur für junge Menschen wichtig, sondern eine der zentralen Fähigkeiten für eine demokratische Gesellschaft. 

Autorin: Emelie Teumer (Jugend entscheidet)