2026 finden in drei Bundesländern Kommunalwahlen statt: im März in Bayern und Hessen sowie im September in Niedersachsen. Passend dazu hat die Bertelsmann Stiftung die Studie “Warum junge Menschen seltener wählen – und was dagegen hilft.” veröffentlicht. Sie zeigt: Politische Entscheidungen profitieren von der Teilhabe junger Menschen. Doch der Weg zur Wahlurne ist für viele junge Menschen ein Hürdenlauf, bestehend aus Zugangs-, Kompetenz-, Motivations- und Resonanzhürden. Gerade deshalb braucht es eine gute Begleitung junger Menschen. Kommunalwahlen bieten sich durch ihre Nahbarkeit dafür besonders gut an. Drei Möglichkeiten präsentierten wir zusammen mit Beruf:Politik bei unserem letzten Digital Talk: „Jugend wählt kommunal 2026.“.
Möglichkeit 1: Ein Gegenpol sein
Florian Brunner, 27 Jahre alt, kandidierte als Bürgermeister in Altötting (Bayern). Dabei hörte er oft, dass er zu jung sei. Davon ließ er sich aber nicht abbringen. Als junge Stimme möchte er nicht nur die jugendliche Zukunft vertreten, sondern auch die Kluft zwischen Jugend und Kommunalpolitik reduzieren. Und besonders zeigen: Politik kann Spaß machen.
Möglichkeit 2: Politik nahbar gestalten
Bei Kommunalwahlen kann oft erst ab 18 Jahren gewählt werden. Der Bayerische Jugendring hat deshalb die U18-Wahl etabliert. Christian Schroth erklärte den Ablauf: Schulen, Vereine oder Jugendclubs melden sich als Wahllokal. Im Anschluss können alle Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren wählen. Auch wenn das Ergebnis keine direkte Auswirkung hat, macht es Politik für Kinder und Jugendliche nahbarer.
Möglichkeit 3: Politische Selbstwirksamkeit stärken
Die erste Wahl ist ein aufregendes, einmaliges Ereignis, und vor allem voller Fragen. Die Initiative Erstwahlprofis will dabei zur Seite stehen. Joscha Radlach und Manja Jacob zeigten, wie mit niedrigschwelligen und interaktiven Angeboten die erste Wahl als positives Ereignis in Erinnerung bleibt und der Startschuss für ein demokratisches Engagement sein kann.
Es hat sich gezeigt: Mit Spaß, Nahbarkeit und Selbstwirksamkeit kann Kommunalpolitik mindestens genauso spannend, wie die große Politik in den Medien sein.
Autorin: Emelie Teumer (Jugend entscheidet)