FAQ zur Bewerbung für das Intensivprogramm 2026/27

Bewerben Sie sich vom 18. Mai bis 30. Juni 2026

1. Teilnahme & Voraussetzungen

Bewerben können sich Bürgermeisterinnen und Bürgermeister von Kommunen aus ganz Deutschland mit mehr als 5.000 und weniger als 100.000 Einwohnern. Sie bringen die Bereitschaft mit, über 18 bis 24 Monate lang am gesamten Programm teilzunehmen und während dieses Prozesses einen konkreten Jugendbeteiligungsprozess zu durchlaufen und ein kommunalpolitisches Projekt mit Jugendlichen gemeinsam auszuarbeiten und umzusetzen.

Zunächst sollten Sie Lust darauf haben, mit Jugendlichen vor Ort über ein Jahr zusammenzuarbeiten, ihren Anliegen zuzuhören und mit ihnen gemeinsam mindestens ein Projekt umzusetzen – von der Idee bis zur Realisierung. Die Kommune muss für den Prozess zudem ein kommunales Team aus Vertreterinnen und Vertretern der Kommunalpolitik, der Verwaltung und der Jugendarbeit bilden. Dieses interdisziplinäre Team ist ihre “Task Force” für das Projekt, die die relevanten Aufgaben im Projektablauf übernimmt. Koordiniert und organisiert wird der Prozess vor Ort von einer kommunalen Projektkoordination aus dem kommunalen Team, idealerweise eine hauptamtlich für die Kommune tätige Person aus der Verwaltung. Diese arbeitet eng mit der Prozessbegleitung zusammen und fungiert als Ansprechperson für die Hertie-Stiftung.

Mit Jugend entscheidet erhalten Sie einen Ablauf für einen konkreten und funktionierenden Beteiligungsprozess, der schon in vielen Kommunen erfolgreich erprobt wurde.

Im Rahmen des Programms erhalten Sie eine professionelle Prozessbegleitung: Diese unterstützt Sie in einem Umfang von bis zu 30 Stunden mit individueller Beratung darin, einen konkreten Beteiligungsprozess mit Jugendlichen über das Jahr hinweg umzusetzen und Strukturen langfristig zu verankern.

Zudem übernimmt die Gemeinnützige Hertie-Stiftung die Kosten für die Moderation einer zweitägigen Veranstaltung der Jugendlichen vor Ort in Ihrer Kommune.

Mit Ihrer Teilnahme an Jugend entscheidet werden Sie zudem Teil eines bundesweiten Netzwerks mit mehr als 100 Kommunen: Wir machen Ihnen Angebote zur Vernetzung mit anderen Städten und Gemeinden sowie relevanten Akteuren der Kinder- und Jugendbeteiligung. Highlight ist das gemeinsame dreitägige Auftakttreffen vom 12.11.2026 bis zum 14.11.2026 in Frankfurt am Main, an dem der Bürgermeister/die Bürgermeisterin sowie die koordinierende Person aus der Verwaltung teilnimmt. In Workshops und Diskussionen erhalten Sie zudem fachliche Impulse und praktische Tipps rund um das Thema Jugendbeteiligung.

Ebenso zahlt die Gemeinnützige Hertie-Stiftung jeder Kommunen einen einmaligen Sachkostenzuschuss in Höhe von 5.000 Euro. Dieser Zuschuss kann zum Beispiel für Werbemaßnahmen, für Fahrtkosten innerhalb der Kommune oder lokale Veranstaltungen vor Ort eingesetzt werden.

Grundsätzlich können Sie sich bewerben, wenn es noch keine etablierten Strukturen für Jugendbeteiligung gibt oder wenn ihr bisheriges Gremium nicht erfolgreich funktioniert hat oder nicht mehr aktiv ist.

Auch Kommunen, die in Form von Verbandsgemeinden, Samtgemeinden, Verwaltungsgemeinschaften oder ähnlichen Zusammenschlüssen organisiert sind, können sich bewerben. Ob sich der gesamte Zusammenschluss oder nur einzelne Ortsgemeinden für den Prozess bewerben, hängt davon ab, auf welcher Ebene gewählte Volksvertreter Entscheidungen treffen, die für Jugendliche relevant sind.

Nein, Jugend entscheidet ist bisher nur auf Kommunen und ihre Bedürfnisse ausgerichtet.

2. Bewerbung & Organisation

Das Bewerbungsportal ist bis zum 30.06.2026 für Sie geöffnet. Um sich zu bewerben, füllen Sie das Bewerbungsformular aus und laden Sie ein kurzes Motivationsvideo des Bürgermeisters/der Bürgermeisterin hoch (Länge max. 2 Minuten).
Unsere Checkliste gibt Ihnen eine Übersicht über alle Daten, die im Bewerbungsformular abgefragt werden.

Die ausgewählten Kommunen werden ab Mitte August über ihre Teilnahme informiert.

Es braucht eine hauptamtliche Ansprechperson vor Ort, die den Prozess vor Ort koordiniert und organisiert, die kommunale Projektkoordination. Eine zentrale Rolle kommt zudem dem Bürgermeister/der Bürgermeisterin zu, die das Projekt mit in die Politik bzw. den Stadt-/Gemeinderat nimmt. Beide nehmen am Auftakttreffen in Frankfurt am Main vom 12.11.2026 bis 14.11.2026 teil.

Jugend entscheidet ist ein Programm, in dem verschiedene Akteure einer Kommune eng zusammenarbeiten. Essenziell ist ein starker Rückhalt aus der Politik. Denn am Ende muss der Stadt- oder Gemeinderat mindestens einen der von den Jugendlichen eingebrachten Vorschläge mehrheitlich übernehmen. Ebenso wichtig ist die Unterstützung der Verwaltung, zum Beispiel braucht es eine Projektkoordination vor Ort, die den Prozess organisiert. Und nicht zuletzt sollten die relevanten Akteure der Jugendarbeit – egal ob kommunal oder in freier Trägerschaft, ob haupt- oder ehrenamtlich – in den Prozess eingebunden sein, um bei der Projektumsetzung an bestehende Strukturen anknüpfen zu können.

3. Inhalte & Umsetzung des Programms

Im Rahmen des Programms erhalten Sie eine professionelle Prozessbegleitung: Diese unterstützt Sie in einem Umfang von bis zu 30 Stunden mit individueller Beratung darin, einen konkreten Beteiligungsprozess mit Jugendlichen über das Jahr hinweg umzusetzen und Strukturen langfristig zu verankern.

Bei den Thementagen, einer zweitägigen Veranstaltung bei Ihnen vor Ort, kommen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung mit Jugendlichen für zwei Tage zusammen und erarbeiten gemeinsam Themen, die den Jugendlichen für ihre Kommune wichtig sind. Im Anschluss daran, wird mindestens eine der entstandenen Ideen unter fortlaufender Beteiligung der Jugendlichen als Antrag ausgearbeitet und vom Stadt- oder Gemeinderat verabschiedet.

Ziel ist es, dass Sie nach der Teilnahme am Programm gemeinsam mit Ihrer Prozessbegleitung ein Konzept entwickeln, um Jugendbeteiligung langfristig und nachhaltig in Ihrer Kommune zu verankern. Ob ein Jugendparlament, ein Beratungsgremium, ein jährliches Jugendbudget oder etwas ganz Anderes – abgestimmt auf die Bedürfnisse und Ressourcen der Kommune wird ein stimmiges und individuelles Konzept erarbeitet. 

Nach der erfolgreichen Teilnahme erhalten Sie von uns eine Urkunde für Sie als Kommune und die teilnehmenden Jugendlichen.

In der Kommunenübersicht auf unserer Website erhalten Sie einen Überblick darüber, welche Ideen der Jugendlichen in anderen Kommunen bereits umgesetzt wurden.

4. Aufwand, Kosten & Nutzen

Durch die Teilnahme an Jugend entscheidet werden Sie über 18-24 Monate darin begleitet, einen strukturierten Jugendbeteiligungsprozess vor Ort durchzuführen. Während dieser Zeit lernen Sie „Ihre“ Jugendlichen kennen und erfahren, welche Themen diese bewegen. Dies fördert das Vertrauen junger Menschen in Politik und Verwaltung und bringt neue Perspektiven in kommunale Entscheidungsprozesse.

Das größte Aufgabenpaket liegt bei der lokalen Projektkoordination, die den Prozess vor Ort koordiniert. Das bedeutet zum einen die Organisation der Termine des kommunalen Teams mit der Prozessbegleitung und die Absprachen mit dem Team von Jugend entscheidet, zum anderen die Kontaktherstellung und -erhaltung mit den Jugendlichen vor Ort.

Über den Projektzeitraum finden drei größere Veranstaltung in der Kommune statt: Die Thementage (eine zweitägige Veranstaltung mit Jugendlichen, Politik und Verwaltung vor Ort), die Ratssitzung, in der die Idee(n) der Jugendlichen in den Stadt- oder Gemeinderat eingebracht werden und das Gemeindefest, bei der die Umsetzung des Projekts gefeiert wird.

Wie hoch der Umfang genau ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa wie eng der Kontakt mit Jugendlichen vor Ort bereits ist und welches Projekt gemeinsam mit den Jugendlichen umgesetzt werden soll.

Mit dem Sachkostenzuschuss in Höhe von 5.000 Euro, den die teilnehmenden Kommunen von der Hertie-Stiftung erhalten, unterstützen wir Sie darin, die Veranstaltungen vor Ort unkompliziert zu finanzieren: Dazu gehört etwa die Verpflegung der Teilnehmenden, Raummieten, die Anschaffung von Schreibmaterial etc..

Nicht darin inbegriffen sind die Kosten für die konkrete Projektumsetzung. Diese Mittel müssen über den eigenen kommunalen Haushalt oder andere externe Programme bereitgestellt werden.

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